Brustprothese kaufen: Silikonprothesen, Schaumstoff und Spezialformen im Vergleich

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Zusammenfassung

Eine Brustprothese ist ein medizinisches Hilfsmittel, das nach einer Mastektomie oder bei angeborener Brustasymmetrie das natürliche Brustvolumen ausgleicht und das Körpergefühl wiederherstellt. Sie wird in einem speziell angepassten BH getragen und ist in verschiedenen Materialien, Formen und Gewichtsklassen erhältlich - von der leichten Schaumstoff-Erstversorgung bis zur anatomischen Silikon-Brustprothese. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Standardversorgung in der Regel vollständig, sodass der Zugang zu einer hochwertigen Versorgung für alle Betroffenen möglich ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Brustprothesen gibt es in den Ausführungen Silikon, Schaumstoff, gewichtsreduziert und als Teilprothese - jede Variante hat spezifische Vorteile für unterschiedliche Tragesituationen.
  2. Nach einer Mastektomie beginnt die Versorgung meist mit einer leichten Erstversorgungsprothese, bevor eine dauerhafte Silikonprothese angepasst wird.
  3. Für Sport, Schwimmen und Strand gibt es spezielle Schwimmprothesen sowie Badeanzüge mit integrierter Prothesentasche.
  4. Ein passender BH für die Brustprothese ist entscheidend für Halt, Komfort und eine natürliche Optik - Prothesen-BHs sind in der Regel förderfähig.
  5. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist gesetzlich geregelt; eine ärztliche Verordnung und die Versorgung über einen zugelassenen Anbieter sind Voraussetzung.

Grundlagen

Eine Brustprothese - medizinisch auch als Mammaprothese bezeichnet - ist ein Hilfsmittel zum äußeren Brustausgleich. Sie wird von Menschen getragen, die eine oder beide Brüste durch eine Operation, etwa eine Mastektomie bei Brustkrebs, verloren haben, oder bei denen eine angeborene oder erworbene Asymmetrie besteht. Die Prothese wird in einer Prothesentasche im BH oder in speziell konzipierten Bademode-Produkten platziert und gleicht Form, Gewicht und Silhouette der natürlichen Brust aus.

Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes regelt, welche Produkte auf Rezept verordnet werden können. Laut GKV-Spitzenverband haben Versicherte nach einer Mastektomie Anspruch auf eine Grundversorgung mit einer Außenprothese. Hochwertige Zusatzausstattungen können gegen einen Eigenanteil gewählt werden. Die Anpassung erfolgt idealerweise durch einen Sanitätsfachbetrieb mit geschultem Fachpersonal - ein sogenanntes Sanitätshaus für Brustprothesen - das die individuelle Situation, Narbenform und Körperkontur berücksichtigt.

Das Material beeinflusst maßgeblich Tragekomfort, Gewicht und Pflegeaufwand. Silikongel-Prothesen bieten die natürlichste Haptik und Bewegung, während Schaumstoffprothesen besonders leicht und gut für die Erstversorgung oder warme Jahreszeiten geeignet sind. Gewichtsreduzierte Varianten kombinieren beide Vorteile: Sie sind leichter als eine vollständige Silikonprothese, geben aber dennoch eine realistische Form.

Brustprothesen im Vergleich

Typ Material Tragekomfort Wasserbeständigkeit Gewicht Für wen geeignet
Silikon-Brustprothese Silikongel Sehr hoch, natürliche Haptik Bedingt (nicht für Dauergebrauch im Wasser) Mittel bis schwer Alltag, dauerhafte Versorgung
Schaumstoffprothese Weichschaum Hoch, sehr leicht Nicht geeignet Sehr leicht Erstversorgung, Sommer, Schlaf
Gewichtsreduzierte Prothese Silikon-Hohlkern oder Schaumkern Hoch, entlastet Schulter und Rücken Bedingt Leicht Personen mit Nackenbeschwerden, Langzeitträger
Teilprothese Silikon oder Schaum Gut, ergänzt vorhandenes Gewebe Bedingt Sehr leicht Brusterhaltende OP, Asymmetrie, Gewebedefekte
Schwimmprothese Geschlossenzelliger Schaum oder Silikon Gut, wasserabweisend Vollständig wassertauglich Leicht Baden, Schwimmen, Sport
Symmetrische Prothese Silikongel Sehr hoch Bedingt Mittel bis schwer Beidseitige Mastektomie, gleichmäßige Silhouette
Asymmetrische Prothese Silikongel Sehr hoch, anatomisch angepasst Bedingt Mittel Einseitige Mastektomie mit individueller Brustform

Kaufberatung

Der Kauf einer Brustprothese ist eine sehr persönliche Entscheidung, die von medizinischen, funktionalen und ästhetischen Aspekten abhängt. Eine gute Vorbereitung macht den Prozess leichter und führt zu einem Ergebnis, mit dem man sich wirklich wohlfühlt.

Tipps vor dem Kauf

  1. Ärztliche Verordnung einholen: Vor dem Kauf sollte eine Verordnung vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin vorliegen. Nur so ist die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung möglich. Die Verordnung gibt auch Aufschluss darüber, welche Produktklasse medizinisch angezeigt ist.

  2. Material und Gewicht nach Lebenssituation wählen: Wer viel sitzt oder unter Nacken- und Schulverspannungen leidet, profitiert von einer gewichtsreduzierten Prothese. Für aktive Personen oder den Urlaub ist eine Schwimmprothese eine sinnvolle Ergänzung, damit man beim Schwimmen und Baden unbeschwert aktiv sein kann.

  3. Den richtigen BH für die Brustprothese wählen: Ein spezieller Prothesen-BH mit tiefen, stabilen Prothesentaschen sorgt für sicheren Halt und ein natürliches Tragegefühl. Standard-BHs sind für diesen Zweck meist nicht geeignet. Auf Anita Care Brustprothesen-Sortiment findet man aufeinander abgestimmte Systeme aus Prothese und BH. Auch Krankenkassen übernehmen in der Regel einen Teil der Kosten für Prothesen-BHs.

  4. Symmetrie und Form berücksichtigen: Bei einer einseitigen Mastektomie wird eine asymmetrische Prothese empfohlen, die exakt auf die Form der vorhandenen Brust abgestimmt ist. Bei beidseitiger Mastektomie sorgen symmetrische Prothesen für eine ausgewogene Silhouette. Wer nur einen Teilausgleich benötigt - etwa nach brusterhaltender Operation - sollte eine Teilprothese in Betracht ziehen. Das Sortiment bei Fina und Liv bietet eine gute Übersicht über verschiedene Formen.

  5. Professionelle Anpassung nicht überspringen: Eine Brustprothese sollte immer fachgerecht angepasst werden. Ein qualifiziertes Sanitätshaus für Brustprothesen nimmt sich die Zeit für eine individuelle Beratung, prüft Narbenreife und Körperkontur und empfiehlt das passende Modell. Eine falsch sitzende Prothese kann Haltungsschäden, Druckstellen und Unbehagen verursachen.

Pflege und Anwendung

Wer seine Prothese regelmäßig und richtig pflegt, verlängert deren Lebensdauer deutlich und sorgt für Hygiene sowie gleichbleibendem Tragekomfort. Silikon-Brustprothesen sind in der Regel sehr pflegeleicht und langlebig, wenn man einige grundlegende Regeln beachtet.

  • Silikonprothesen täglich mit lauwarmem Wasser und einer milden, parfümfreien Seife reinigen - keine Lösungsmittel oder alkoholhaltigen Reiniger verwenden.
  • Die Prothese nach der Reinigung sorgfältig mit einem weichen Tuch trocken tupfen, nicht reiben.
  • Aufbewahren in der mitgelieferten Schutzdose oder Hülle, um Verformungen und Oberflächenbeschädigungen zu vermeiden.
  • Keine spitzen oder scharfen Gegenstände in der Nähe der Prothese verwenden, da die Silikonhülle empfindlich ist.
  • Schaumstoffprothesen können meist in der Maschine bei Schonwaschgang gewaschen werden - Herstellerangaben beachten.
  • Schwimmprothesen nach dem Kontakt mit Chlor- oder Salzwasser gründlich mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen.
  • Prothesen nicht direkter Sonneneinstrahlung oder großer Hitze (etwa Sauna) aussetzen, da dies das Material schädigen kann.
  • Regelmäßige Kontrolle auf Risse, Verformungen oder Verfärbungen - bei Mängeln einen Fachbetrieb aufsuchen.
  • Die Lebensdauer einer hochwertigen Silikonprothese beträgt in der Regel zwei Jahre, nach deren Ablauf eine neue Verordnung ausgestellt werden kann.

FAQ

Welche Arten von Brustprothesen gibt es?

Das Angebot umfasst mehrere Grundtypen, die je nach medizinischer Situation und persönlichem Bedarf gewählt werden. Silikon-Brustprothesen sind die am häufigsten verwendeten Modelle für die dauerhafte Versorgung im Alltag, da sie in Gewicht und Beweglichkeit einer natürlichen Brust am nächsten kommen. Schaumstoffprothesen eignen sich für die Erstversorgung direkt nach der Operation, wenn die Narbe noch empfindlich ist. Gewichtsreduzierte Prothesen entlasten Schultern und Rücken. Teilprothesen gleichen kleinere Volumendefizite nach brusterhaltender Operation aus. Für Wasser und Sport gibt es speziell abgedichtete Schwimmprothesen, die auch in Badeanzügen mit Prothesentaschen Halt finden.

Wie wird eine Brustprothese nach einer Mastektomie angepasst?

Die Anpassung beginnt in einem spezialisierten Sanitätsfachbetrieb oder einem Fachgeschäft mit ausgebildeten Beraterinnen und Beratern. In einem persönlichen Gespräch werden Operationszeitpunkt, Narbenreife, Körbchengröße der verbliebenen Brust sowie Gewicht und Form besprochen. Dann werden verschiedene Prothesen probeweise in einen passenden Prothesen-BH eingelegt, um Form, Silhouette und Tragekomfort zu beurteilen. Erst wenn Passform und Wohlbefinden stimmen, wird die Wahl festgelegt und die Verordnung eingereicht. Eine Nachanpassung ist jederzeit möglich, wenn sich die Körperkontur verändert.

Werden Brustprothesen von der Krankenkasse übernommen?

Ja, gesetzlich Versicherte haben nach einer Mastektomie Anspruch auf eine Versorgung mit einer Außenprothese. Laut Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes werden Silikonprothesen und Prothesen-BHs (in der Regel zwei bis drei Stück pro Jahr) auf ärztliche Verordnung erstattet. Zusatzleistungen wie besonders hochwertige Modelle oder spezielle Schwimmprothesen können gegen einen Eigenanteil gewählt werden. Privat Versicherte sollten die genauen Konditionen ihrer Police prüfen. Eine Kostenzusage vorab beim eigenen Kostenträger einzuholen ist empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen einer Silikonprothese und einer Schaumstoffprothese?

Eine Silikon-Brustprothese besteht aus einem Silikongelkern, der von einer dünnen Silikonhülle umschlossen wird. Sie ist schwerer, fühlt sich aber weicher und natürlicher an und bewegt sich ähnlich wie echtes Brustgewebe. Eine Schaumstoffprothese besteht aus leichtem Weichschaum, ist deutlich leichter, trocknet nach dem Kontakt mit Schweiß schnell und eignet sich besonders für die erste Zeit nach der Operation oder für warme Jahreszeiten. Schaumstoffprothesen sind günstiger in der Anschaffung, aber weniger langlebig und haptisch weniger realitätsnah als Silikonmodelle.

Wie pflegt man eine Brustprothese richtig?

Silikonprothesen werden täglich mit lauwarmem Wasser und milder Seife abgewaschen, sanft trocken getupft und in ihrer Schutzschale aufbewahrt. Scharfe Kanten, Lösungsmittel und hohe Temperaturen sind zu vermeiden. Schaumstoffprothesen lassen sich meist im Schonwaschgang reinigen. Schwimmprothesen nach jedem Wasserkontakt mit klarem Wasser abspülen. Bei Rissen oder Verformungen der Silikonhülle sollte die Prothese nicht weiter getragen und ein Fachbetrieb aufgesucht werden. Eine regelmäßige Sichtkontrolle verlängert die Nutzungsdauer und stellt sicher, dass die Prothese ihre Form behält.

Fachlich geprüft von Trendisland.de auf Basis langjähriger Praxiserfahrung in diesem Bereich.

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